Der 04. Dezember – mit Matthias E. Gahr

Eigentlich hat Autor Matthias E. Gahr Geologie studiert, er ist sogar promovierter Paläontologe. Dass er da den Beitrag am Tag der Heiligen Barbara, der Schutzpatronin der Bergleute und Geologen, übernimmt – logisch oder?

Tage mit Soundtrack

Ich mag ja solche Tage, die ihren eigenen »Soundtrack« haben, der mich dann ein wenig durch den Tag begleitet. Manchem mag da für den 1. Mai »Der Mai ist gekommen« einfallen, oder für den Nikolaustag »Lasst uns froh und munter sein«. Spanien-Fans wie mir geht am 7. Juli zur Fiesta San Fermin in Pamplona das »A Pamplona hemos de ir« durch den Kopf, für manche mag am »4th of July« der Gedanke an die amerikanische Nationalhymne naheliegen. Über einen solchen »Soundtrack« kann man sich verbunden fühlen mit den Menschen, für die das entsprechende Musikstück traditionell zum Tag dazugehört.

Der heutige 4. Dezember hat für mich sogar zwei »Soundtracks« zu bieten:

Heute wird der Gedenktag der heiligen Barbara gefeiert, die als Patronin der Bergleute verehrt wird. Viele Bergleute und geowissenschaftliche Institutionen feiern, wie auch wir während meines Studiums der Geologie und Paläontologie, diesen Tag mit einem kleinen Festakt – als Dank für das hoffentlich unfallfrei und erfolgreich vergangene Jahr unter Tage und als Bitte für das kommende. Dabei erklingt natürlich auch immer die strophenreiche »Hymne« der Bergleute: »Glück auf, der Steiger kommt«. Und so ist dieses Lied der Soundtrack für viele Menschen an diesem Tag.

Nicht weniger weit reicht die Tradition zurück, am heutigen Barbaratag Zweige eines Kirschbaumes zu schneiden und sie in warmes Wasser zu stellen, auf dass die winterlich kahlen Zweiglein bis Weihnachten neu ausschlagen und an Heiligabend (oder wenigstens so ungefähr) zu blühen beginnen. In so manchem adventlichen Kirchenkonzert wird dazu das Lied »Ich brach drei dürre Reiselein« gesungen, dessen Text die wundersame Wandlung der Zweige beschreibt. Vor allem Hugo Distler hat in seinem Chorsatz diese Worte mystisch-geheimnisvoll, aber auch hoffnungsvoll-rhythmisch vertont. 

Beide »Soundtracks« haben ihren Ursprung in der Legende des Lebens der heiligen Barbara. Die Kurzform: Sie ließ sich gegen den Willen ihres Vaters christlich taufen und wurde von ihm verfolgt, gefangengenommen und am Schluss ermordet. Auf ihrer Flucht vor den Fängern fand sie Unterschlupf in einer felsigen Landschaft (daher kommt der Bezug zu den Bergleuten), als man sie dann doch gefangen nahm, soll sich ein Zweig in ihrem Gewand verfangen haben, den sie im Gefängnis ins Wasser stellte und der am Tag ihrer Hinrichtung erblühte.

Auch wenn diese Legende kein besonders erfreuliches Bild auf den Tag wirft, klingen diese beiden Lieder am 4. Dezember in mir. Welches liegt Ihnen näher?

Über den Autor

Dr. rer. nat. Matthias E. Gahr ist seit seiner Kindheit tief mit der Abtei Münsterschwarzach verbunden. Als Jugendlicher besucht er das klostereigene Gymnasium, bevor er nach seiner Promotion ins klösterliche Verlagswesen einstieg.

Hier betreut er nun unter anderem den Herstellungsbereich und begeistert seine Kolleg*innen regelmäßig mit seinen umfangreichen Sachkenntnissen des Klosteralltags. Auch in seiner freien Zeit bleibt er dem spirituellen Bereich treu und ist als Musiker Songwriter und Komponist Christlicher Popularmusik und des Neuen Geistlichen Liedes aktiv.

Im August erschien "Das kleine benediktinische Lexikon", das er gemeinsam mit Br. Ansgar Stüfe verfasste. Das Buch gibt spannende Einblicke in die Welt benediktinischer Orden und hilft ihre Traditionen und Rituale besser zu verstehen. Einen Blick ins Buch finden Sie hier:

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